Und nochmal war ich im Wallis, um eine Tour zu machen, die mir seit Rotschers' Bericht unter den Nägeln juckte. Der Übergang über den Meidpass und dann auf die Bella Tola stand auf dem Programm. Zusätzlich angestachelt von einem Fernsehbericht (dazu am Schluss mehr) am Samstag freute ich mich riesig auf weitere mir noch unbekannte Trails im Wallis.


Panorama vom Meidpass

Ich fuhr mit der kleinen Gondelbahn nach Oberems, von wo die Anfahrt dann lange auf Teerstrasse und später auf Flurwegen ins Turtmanntal führte. 


Über viele kleine Alpen und vorbei an hübschen Wochenendhäusern ging's in angenehmer Steigung weiter hoch.


Hier auf Meide-Oberstafel endet dann die Strasse, nun geht's grösstenteils nur noch zu Fuss weiter. Ein letzter Blick zum Weisshorn, bevor ich mich Richtung Meidpass abwende.


Schiebend, tragend, aber auch immer wieder mit fahrbaren Abschnitten führt der Weg über Alpweiden mit den schönen Eringer-Königinnen, welche mich total friedlich beäugten und nicht weiter beachteten.


Ganz hinten in der Bildmitte sieht man bereits zum letzten Stück des Weges zur Passhöhe. Sieht von weitem ziemlich spektakulär aus, fast wie am Malatra.


Kurzer Halt am Meidsee.


Und weiter geht's zügig Richtung Meidpass. Die Hangtraversierung stellte sich dann aber als absolut harmlos dar.


Auf dem Meidpass auf 2'790 M.ü.M. Einmal mehr wunderschön in der Bergwelt mit den sensationellen Panoramen in alle Richtungen. Hinten der Meidspitz.


Blick in die andere Richtung zu dieser schönen Felsformation.


Die Abfahrt dann einmal mehr ein Sahnehäubchen. Beim Punkt 2'625 bog ich ab zum Lac de l'Armina...


...und weiter auf recht unwegsamen Trails zum Lac de la Bella Tola. Der Weg war ziemlich verblockt.


Auf unhübschen und teilweise sehr steilen Skipisten führt mein Weg via Pas du Boeuf...


...auf die Bella Tola auf 3'025 M.ü.M. Die letzten 200 hM gehen sehr steil und über Geröllhalden und losen Schotter hinauf. Gutes Schuhwerk und Berggängigkeit sind hier gefragt. Über beides konnte ich mich auch heute nicht beklagen ;-)


Eine wunderbare Rundumsicht entschädigt für die Strapazen. Unten die Skipisten, hinten nochmal das Weisshorn.


Blick über den Grat, den ich anschliessend fahren werde und zum Rothorn, welches man noch anhängen könnte...


...sowie in den Kessel mit den kläglichen Überresten des Bella Tola Gletschers.


Ein Hammertrail führt über den Grat in die Senke zwischen Bella Tola und Rothorn.


Einfach nur abartig schön, was einem hier einmal mehr geboten wird. Links unten die Schutzhütte, bei welcher vorbei ich dann wieder zum Lac de la Bella Tola abfuhr. Auch dieser Trial ....... aber ich wiederhole mich ;-)


Die Trails Richtung Cabane Bella Tola waren dann auch ziemlich verblockt und nicht der Hit, so dass ich bald auf den Fahrweg wechselte. Später traf ich via Skipisten auf den schönen Rundweg über Chandolin, welchem ich bis ins Dorf folgte.


Ins Wallis runter folgte ich dann verschlungenen Trails...


...und über diese Hängebrücke. Ich wollte eigentlich darüber fahren, aber das ist nicht möglich, versucht das einmal. Sobald die Brücke zu schaukeln beginnt, fährt man wie besoffen, man kippt unweigerlich in das Seitengeländer.


Bald kam ich in die Vegetation des Tales, die Bäume wurden grösser und das Laub dichter. Ein grossartiger Trail lag hinter mir, unbeschreiblich.

45 km, 5h09', 2'190 hM 

Am Samstag sah ich zufälligerweise, dass das Westschweizer Fernsehen den Grand Raid Cristalp live übertrug. Einfach sensationell, viele Erinnerungen und Emotionen kamen hoch von meinen etlichen Teilnahmen, bereits bei der zweiten Austragung 1991 war ich dabei. Für mich immer noch das schönste Langstreckenrennen, das mit mittlerweile 28 Austragungen alle anderen überlebt hat. Und nebst dem Rennen zeigte das Fernsehen viele Hintergrundgeschichten, Archivaufnahmen von früheren Rennen und von den "Volksbikern". Und am eindrücklichsten waren die Interviews mit Touristikverantwortlichen und Gemeindepräsidenten, die erklärten, wie enorm wichtig die Biker für das Wallis seien, was für einen wirtschaftlichen Stellenwert diese mittlerweile haben.
Mit jedem Aufenthalt im Wallis werde ich mir dieser Tatsache bewusst. Hier fühlt man sich als Biker willkommen, oder wie ein anderer bekannter Blogger sagen würde, das Wallis leistet! 

Wallis, ins Härz gmeisslet