Mont Blanc, wie wir ihn leider nie gesehen haben. (Quelle: wikitravel.org)

Nach meiner letztjährigen 2-tägigen Grand Combin-Tour bekam ich Lust, zum ersten Mal etwas längeres mit dem Rucksack zu machen. Ich plante durch den Winter eine Mont Blanc-Umrundung, jedoch nicht die klassische Route in 3 oder 4 Tagen, sondern mit einigen zusätzlichen Highlights versehen. So plante ich eine Tour mit 6 oder 7 Etappen und einer Woche Reisezeit. Auf meinen Aufruf meldete sich lediglich Ändu, so dass wir die Tour zu zweit machten.


Unsere Route, die wir gefahren sind. Insgesamt ergab das 370 km und 14'278 Höhenmeter.

Etappe: (anklicken für die detaillierten Bildberichte) 

1. Etappe Le Chable - Fenêtre de Durand - Etroubles

2. Etappe Tour Mont Fallère mit Start und Ziel in Etroubles

3. Etappe Etroubles - Rifugio Monte Bianco oberhalb Courmayeur

4. Etappe Rifugio Monte Bianco- Col de la Seigne - Col de la Croix du Bonhomme - Les Contamines

5. Etappe Les Contamines - Col de Voza - Chamonix - Col de Balme - Trient

6. Etappe Trient- Bovine - Val Ferret - Fenêtre de Ferret - Grosser St. Bernhard - Bourg-St-Pierre

7. Etappe Bourg-St-Pierre - Col de Mille - Le Chable - Martigny

Zusätzlich geplant war von Etroubles über den Malatra nach Courmayeur, von da über den Balcon Veny und von Contamines über den Col de Tricot zum Col de Voza. Das alles viel aber dem Wetter zum Opfer.

Gepäck

Meine Recherchen im Netz zeigten, dass der Rucksack wohl max. 6 kg wiegen sollte. Als ich ihn fertig gepackt zuhause auf die Waage stellte, war er 7,2 kg. Zweifel überkamen mich, andererseits wusste ich nicht, was ich entbehren konnte. Ich wagte es und bereute es nicht. Ich hatte nie Schwierigkeiten oder das Gefühl, er sei zu schwer. Ich hatte auch weder zuviel noch zuwenig Gepäck bei mir, einfach sehr ideal für das erste Mal. Für eine weitere Tour gäbe es nur marginale Anpassungen vorzunehmen.

Übernachtung

Das war für mich die grosse Unbekannte. Ich war noch nie so auf Reisen, dass ich von unterwegs die nächste Unterkunft reservieren musste. In den einschlägigen Foren und Blogs las ich, dass das kein Problem sei und man immer etwas finden würde. Wie die Erfahrung nun aber zeigte und in meinen Berichten nachzulesen ist, war das Ganze nicht so einfach. Nach meinen zwei von Zuhause aus reservierten Übernachtungen war die Suche immer eine Zitterpartie und meiner Meinung nach hatten wir einfach Glück, dass wir noch etwas fanden, auch dank Ändu's Fremdsprachentalent. Und wenn ich um 17 Uhr noch nicht weiss wo ich die nächste Nacht verbringe, werde ich leicht nervös. Klar kann man jetzt sagen, wir hätten ja wie gelesen noch immer etwas gefunden. Aber wie gesagt, ich behaupte nur mit Glück. Vielleicht müsste ich das nächste Mal in einen Crashkurs bei Chregu, bei ihm klappt das offenbar immer perfekt. Oder noch besser, wie es die beiden Franzosen, die wir getroffen haben, immer machen, nämlich vor der Reise immer alles zum Voraus reservieren, mit den entsprechenden Risiken halt (Wetter, Zwischenfälle usw.).

Fazit
Eine superschöne Bikewoche, wie ich es mir etwa vorgestellt hatte. Viele Trails weit über der Waldgrenze im Gebirge, einmalige Landschaften, nette Bekanntschaften. Einzig die Passage von Chamonix (Contamines - Col de Balme) ist nun nicht gerade das Highlight der Tour. Überhaupt könnte man wohl an Stelle der Umrundung einen Kringel durch das ganze Aostatal drehen, wäre mindestens ebenso interessant. Das Wetter spielte halt 2 Tage nicht mit, aber das gehört dazu. Den Mont Blanc haben wir jedenfalls nur kurz mal in Chamonix gesehen.
Meine Befürchtungen, dass nach 3 oder 4 Tagen der Hänger kommt, trafen nicht ein. Ich hatte von Anfang bis zum Schluss eine Bombenform und hätte wohl noch ein paar Tage anhängen können.

Noch ein bisschen Ironie
Wenn man heute so Foren und Blogs liest, frage ich mich, wie wir diese Tour überhaupt überleben konnten. Ändu mit einem 26'-Bike, wir beide Umwerfer vorne (ich 2-fach, Ändu gar 3-fach), ich mit Hardtail-Racebike, 110 mm Federweg vorne und ohne absenkbare Sattelstütze. Geht ja wohl gar nicht, ist definitiv aus dem letzten Jahrhundert oder? Doch, geht sehr gut, passt zumindest für mich 100%, aber wie bei allem im Leben, jeder wie er es mag.

Um die Erfahrung dieser Tour reicher bin ich nun bereit für mein nächstes und wohl letztes Abenteuer nächstes Jahr. Dazu irgendwann mehr.