Für heute hatten wir eine happige Etappe vorgenommen. Da wir immer noch super in Form waren und sich keine Abnützungserscheinungen zeigten, beschlossen wir, nach Bovine durchs Val Ferret über das Fenêtre de Ferret zum Grossen St. Bernhard zu fahren. So verabschiedeten wir uns früh von unseren neuen Kollegen und machten uns auf den Weg. Auch das Wetter kündigte einen angenehmen Tag an. An ein Frühstück in irgend einer Form war nicht zu denken, das Fondue lag noch zu schwer im Magen.


Letzter Blick zu unserer Unterkunft. Auf dem Zeltplatz nebenan waren die Pfadfinder ebenfalls bereits im Aufbruch.


Auf dem Col de la Forclaz gab es dann einen feinen Kaffee, war einfach dringend nötig.


Mit diesem Trail nach Bovine hatten Ändu und ich ja noch eine Rechnung offen. Nach unserer seinerzeit missglückten Tour über den Col de Balme konnten wir nun diesen Abschnitt nachholen.


Es ist ein happiger Weg nach Bovine. Immer wieder zwingen steile Abschnitte zum schieben und tragen. Dazwischen aber auch schöne Trails durch eine einsame Landschaft.


Schon fast oben öffnet sich der Blick tief runter nach Martigny.


Am höchten Punkt angelangt kommt die Alp Bovine ins Blickfeld. Nun sollte es bis nach Champex nur noch runtergehen.


Auf geht's...


Alp Bovine, ein Hotspot für Biker und Wanderer, heute morgen noch alles ruhig.


Von hier an nahmen wir den neuen Weg runter, ein neu angelegter Trail, zwar steil, aber alles fahrbar und einfach nur geil. Offenbar fahren viele noch den alten, mühsamen und grösstenteils nicht fahrbaren Weg, auch die beiden Franzosen von gestern kannten nur diesen. Durch meine Recherchen bin ich aber hier auf diese neue Variante aufmerksam geworden.


Superschön angelegt...


...und nachdem man im Graben wieder auf den alten Weg stösst geht's wunderschön Richtung Champex.


In Champex legten wir einen Halt ein, wo wir ein Frühstück in Form von Kuchen und Kaffee nachholten. Kurz nach dem See biegt man rechts ab und fährt immer schön hoch über dem Tal ins Val Ferret hinein.


Der letzte Abschnitt dieses herrlichen Trails, bevor man in Issert auf die Talstrasse mündet.


Danach geht's am schnellsten auf der Teerstrasse durchs ganze Val Ferret hinein bis nach Ferret. Hier ist dann Endstation für den Verkehr.


In Ferret bei der Mittagsrast konnte ich dann endlich mein geplantes Frühstück geniessen, eine Büchse kalter Ravioli. Ihr könnt mich Kostverächter nennen, ich liebe es seit meiner Jugendzeit ;-)


Bis zur Alp Plan de la Chaux konnten wir noch auf Teer- und Naturstrasse fahren, bevor dann einmal mehr die Bikes auf die Schultern mussten.


Und auch hier immer wieder kleinere Abschnitte zum fahren.


Bei den Lacs de Fenêtre war der erste Teil geschafft. Wir konnten uns wieder mehr auf als unter dem Bike aufhalten. Erst der letzte Aufstieg zum Fenêtre de Ferret musste nochmals geschoben und getragen werden.


Es lohnt sich immer, auch einen Blick in die Vegetation zu werfen, man sieht so viel schönes an Pflanzen und Tieren.


Auf dem Fenêtre de Ferret auf 2'695 M.ü.M. war dann die letzte nennenswerte Steigung des Tages geschafft. Wir genossen die Ausblicke in die wunderbare Alpenwelt der beiden Täler.


Die Abfahrt einmal mehr ein Traumtrail mit allen flowigen und technischen Facetten, die sich ein Tourenbiker nur wünschen kann.


Mit dem Blick runter auf die Passstrasse des Grossen St. Bernhard liessen wir den trailtechnischen Teil des Tages ausklingen. Das kurze Stück zur Passhöhe war noch auf Teer zu bewältigen.

Habe ich schon erwähnt, dass wir noch kein Nachtlager hatten? Ihr ahnt was kommt? Auf der Passhöhe liessen wir uns in der Gartenwirtschaft des grossen Hotels auf italienischer Seite nieder und Ändu fragte den Kellner, ob sie auch Hotelzimmer hätten. Ja klar haben sie welche, aber dass diese alle besetzt sind, sagte uns der Depp nicht. Wir genossen zufrieden unsere kühlenden Getränke und begaben uns dann mal zur Reception, wo man uns dann die freudige Nachricht mitteilte. Auch auf der Schweizer Seite war nichts mehr frei und ich wurde doch nun ein wenig grantig. Nach einigem hin und her wurde Ändu dann unten in Bourg-St-Pierre fündig, so dass wir die eigentlich für morgen geplante Passabfahrt nun noch heute Abend machen mussten.


57,8 km, 6h49', 2'702 hM