Die heutige Etappe schätzte ich als die härteste der Tour ein, insbesondere wegen dem langen und steilen Anstieg zum Col de la Croix de Bonhomme, welcher nur Biketragend zu bewältigen war.


Der Blick von der Terrasse Richtung Col de la Seigne zeigte aber gar blauen Himmel, ein Hoffnungsschimmer auf einigermassen anständiges Wetter keimte auf.


Auf dem letzten gestrigen Trail fuhren wir wieder ins Val Veny hinein. Das Wetter verschlechterte sich bald wieder.


Die Strasse wurde steiler und zog sich lange...


...und teilweise recht steil...


...zur Hochebene am Fusse des Glacier du Miage. Bereits war das Rifugio Elisabetta und dahinter der Col de la Seigne zu sehen.

Kurz darauf, noch vor dem steilen Aufstieg zum Rifugio, begann es richtig zu regnen und auch ein starker und kalter Wind kam auf. Mit der richtigen Kleidung, die ich glücklicherweise dabei hatte, machte mir das aber überhaupt nichts aus, das war schon früher bei den Rennen mein Wetter.


Weiter ging's alles fahrend bis zum Rifugio la Casermetta, wo wir uns drinnen ein imposantes Relief des ganzen Mont Blanc ansahen und unsere Route nachverfolgen konnten. Erst ab hier mussten die Bikes geschoben und getragen werden.


Ankunft auf dem Col de la Seigne auf 2'516 M.ü.M. bei richtig garstigem Wetter. Im Aufstieg merkten wir auch, wieso alle Unterkünfte besetzt sind. Dutzende Gruppen mit asiatischen Teilnehmern und auch Maultierkarawanen waren auf der Tour Mont Blanc unterwegs, scheint bei denen beliebt zu sein.


Für die Gipfelposen hellte sich der Himmel ein letztes Mal auf.


Kurz darauf beklagte ich den einzigen Platten auf der ganzen Tour. Übrigens der Regenponcho aus Plasik war bei diesem Wetter Gold wert und behinderte mich überhaupt nicht. Sieht nicht grad schick aus aber zweckmässig...

Die anschliessende Fahrt Richtung Les Chapieux machte keine Lust auf Bilder. Im Chalet des Mottets genehmigten wir uns einen warmen Kaffee. Am Talende bogen wir für ein kurzes Stück auf die Passstrasse zum Cormet de Roselend ab, bevor dann der 700 hM-Tragetrip zum Col de la Croix de Bonhomme begann.


Auch hier einige kurze Stücke fahrbar. Das Wetter spielte nun total verrückt. Im unteren Teil regnete es, weiter oben kamen Graupelschauer und am Pass oben schneite es. Ein grauenhaftes Puff im Refuge zwang uns praktisch ohne halt weiter über den Pass. Die Abfahrt über den Col de la Bonhomme und weiter nach unserem Tagesziel Les Contamines wollten wir einfach nur schnellstmöglich hinter uns bringen. Die Trails waren voll Wasser, man sah oft nicht was darunter lag. Nach dem Motto Augen zu und durch bin ich Sachen gefahren, die ich wohl unter normalen Bedingungen nicht gemacht hätte.

Auch bei der Ankunft in Contamines hatten wir noch keine Bleibe für die Nacht. Ändu bekam jedoch auf dem Tourismusbüro eine etwas abseits gelegene Unterkunft vermittelt. Hier konnten wir dann auch unsere nassen Sachen in einem Heizungskeller zum trocknen aufhängen. Nun hofften wir doch bald auf besseres Wetter für die nächsten Tage. Und am Abend konnte Ändu bereits die Unterkunft für den nächsten Tag auf dem Col de Balme reservieren...dachten wir...


52,7 km, 6h36', 2'169 hM