Leider war für die nächsten Tage ein Wetterumschwung vorausgesagt. Und tatsächlich regnete es am Morgen, als wir zum Fenster raus schauten. Wir beschlossen, den geplanten Übergang über den Col de Malatra nicht zu machen, weil es doch im obersten Teil sehr steil und rutschig ist. Als Ersatz nahmen wir den wunderschönen fast 15 km langen Trail entlang der Suone bis nach Arpuilles.


Am Ende des Trails gelangten wir dann auf die Teerstrasse, welcher wir bis Ville sur Sarre folgten. Hier sahen wir dann zu unserem grossen Erstaunen blauen Himmel Richtung Courmayeur und waren uns plötzlich reuig, dass wir doch nicht den Malatra gemacht haben.

Wir flogen dann runter ins Aostatal, um auf der Hauptstrasse in Gümmelermanier und flottem Tempo nach Courmayeur zu gelangen. Kurz davor begann es dann wieder zu regnen, die Reue war verflogen. Nach einem Teller Spagetti nahmen wir den Anstieg ins Val Veny in Angriff. Hier hatte ich eigentlich vorgesehen, hochzufahren und über den Balcon de Veny zum Col de la Seigne zu gelangen, dies insbesondere wegen der grandiosen Aussicht auf den gegenüber liegenden Mont Blanc. Aber mit diesen Wetteraussichten macht auch das keinen Sinn.

Bereits ziemlich weit hinten im Tal mussten wir uns endlich Gedanken machen über eine Übernachtungsmöglichkeit. Ein erstes Telefon vom in allen Sprachen der Region versierten Ändu ergab, dass ennet dem Col de la Seigne bereits alles besetzt war. Ein Tip aus dem nahe gelegenen Restaurant brachte uns dann in das einzige Rifugio weit und breit, welches noch freie Plätze hatte. Dazu mussten wir auf einem schönen Trail dem hang entlang wieder talauswärts zurück fahren.


Das wunderschön gelegene Rifugio Monte Bianco auf halbem Weg zum ursprünglich geplanten Balcon Veny. Leider war die Sicht auf den Mont Blanc wetterbedingt verdeckt.


Der Blick Richtung Col de la Seigne verhiess einen schönen langen Aufstieg, der Blick in die Wetterprognosen war weniger schön...

Beim Nachtessen und noch bis spät am Abend unterhielten wir uns köstlich mit einer Kanadierin und einem Schotten, welche beide unabhängig voneinander zu Fuss auf der Tour Mont Blanc unterwegs waren.


69,8 km, 4h36', 1'480 hM