Rotscher weilte über Ostern im Wallis und fragte an, um eine gemeinsame Tour zu machen. Wie immer freute ich mich riesig, mit ihm unterwegs zu sein und fuhr somit am Ostersonntag ins Wallis. Das Wetter versprach viel besser zu sein als im verregneten Norden.

 
Auf mir bisher unbekannten Hammertrails. 

Ich war auch sehr gespannt auf die vorgeschlagene Tour auf der Südseite des Rhonetals in einem Gebiet, das mir bisher völlig unbekannt war.


Der Wind blies heftig und kalt, ich zweifelte leicht, ob ich alleine in dem kleinen Gondelchen heil oben in Eischoll ankommen würde. Es pfiff um die Kiste, bei den Masten fuhr die Bahn gaaanz langsam durch, um nicht zu fest anzuprallen. Schlussendlich ging alles gut und ich traf unbeschadet auf Rotscher.


Wir fuhren sofort los, um bisschen warm zu werden. Wie gesagt, die südlichen Hänge des Wallis zwischen Gibidum und Chandolin waren für mich bisher unbekanntes Terrain und ich war sehr gespannt. Es ging zunächst hoch, um auf bereits superschönen Trails nach Unterbäch zu gelangen.


Von Unterbäch ging's dann weiter über Bürchen und Egga und um den Hügel unterhalb der Moosalp Richtung Törbel. Für die berühmte Cremeschnitte waren wir noch zu früh im Jahr, aber die kommt garantiert noch.


Weit abseits und zu dieser Jahreszeit noch ohne viel Fussvolk fuhren wir weiter über Nadelteppiche...


...und einsame Alpweiden...


...und entlang dieses idyllischen Seelein...


...nach Törbel hinunter. Rotscher erzählte viel über die noch zahlreich vorhandenen Trails weiter oben, unter anderem über die Moosalp nach Jungen. In Törbel genehmigten wir uns dann einen feinen Kaffee zum aufwärmen und dem Tag entsprechend ein farbiges Osterei.


Kurz nach dem Dorf begann dann der Trail, auf den auch Rotscher sich schon diebisch freute, nämlich den Yaktrail, welcher auch als solcher signalisiert ist. Er führt von Törbel bis nach Embd. Aber Achtung: Der Trail dürfte bald mit vielen Wanderern begangen werden und scheint nicht geeignet, um in der Saison durchzufahren. Zudem führt er durch viele Weiden und somit immer wieder durch Wiedezäune und -tore. Es gilt Rücksicht zu nehmen auf Mensch und Tier, auf die Natur sowieso!

 
Heute jedoch waren wir noch alleine unterwegs. 


Auf wunderschönen Trails mit einigen Laufpartien, immer mit prächtiger Aussicht ins Mattertal...


...und Begegnungen mit den einsamen Eseln, die froh über Besuch waren und uns fast nicht mehr weiterziehen lassen wollten.


Einfach nur traumhaft.


Und dann näherten wir uns der Yakfarm auf Roti Flüe. Das erste Yak begrüsste uns freudig von der Weide.


Ein Aussteigerparadies mit vielen verschiedenen Tieren und überall bunte Fahnen...


...und einem grossen Freilaufstall mit den Yaks. Leider war niemand zuhause, ich hätte gerne bisschen Trockenfleisch und -wurst gekauft.

 
Um das nepalesische Feeling komplett zu machen, war da auch noch das Häuschen mit der Gebetstrommel.


Bis zur Roti Flüe ging es mehrheitlich dem Hang entlang oder gar kurz steil und schiebend hinauf. Dann aber ging's los.


Ein erster sensationell flowiger Trail mit engen Kehren führte hinab bis nach Embd.


Ich musste schnell nachschauen, wo der Weg weiterführt. 

 
Durch Embd, einem schönen beschaulichen Dörfchen steil am Hang gelegen, fährt man auf neu sanierten und gepflasterten Strässchen. Im Hintergrund Grächen.


Blick hoch zum Dorf...


...und runter ins Tal mit dem anstehenden Trailfeuerwerk.

 


Nochmals so ein Trail in die Tiefe, welcher unsere Bikerherzen fast zum Platzen bringt. Nichts mit rasen und Tempobolzen, genüsslich jede enge Serpentine schön ausfahren, keine Bremsspuren hinterlassen und einfach jeden Meter geniessen, so dass man auch noch die Umgebung und Aussicht jederzeit im Blick hat. So solls sein...

Auf der offiziellen Bikeroute fuhren wir talauswärts nach Visp und liessen die Eindrücke nochmals nachwirken. In der Rhoneebene zurück nach Turtig absolvierten wir dann noch eine Trainingseinheit im brutalen Gegenwind.

Eine wunderschöne Tour in diesem für mich bisher unbekannten Gebiet. Vielen Dank Rotscher, für weitere Touren in diesem Gebiet bin ich immer zu haben, und die Cremschnitte muss einfach bald mal auf den Tisch ;-)

50 km, 4h03', 1'264 hM