Diese Tour habe ich bereits letztes Jahr gemacht, allerdings aus den beschriebenen Gründen in umgekehrter Richtung. Die geplante Richtung von heute liess mich jedoch nicht los und nach eingehendem Kartenstudium und der Streckenkenntnis von letztem Jahr war ich überzeugt, dass die Runde in dieser Richtung noch viel besser ist. Ich sollte mich nicht täuschen.


Biketräume auf über 3'000 M.ü.M.

Am eingelegten gemütlichen Ruhetag fuhr ich mit dem Camper ins Val de Rhêmes auf einen Stellplatz.


Am morgen früh startete die Tour weiter ins Tal hinein, vorbei an schönen kleinen Siedlungen und am Ende des Tales am obligaten grossen Parkplatz vorbei, von welchem die Touristen zu den Rifugios wandern.


Bald begann die Strasse zu steigen und wechselte von Teer auf Kies. Die Bergspitzen waren bereits beleuchtet von der aufgehenden Sonne. Einmal mehr eine wundervolle Stimmung.


Bis zum Rifugio Benevolo stieg die Strasse hoch, bevor dann der Wanderweg begann. Bis zum Lago di Goletta musste eine erste Geländestufe von gut 400 hM überwunden werden.


Auf der Hochebene mit dem Lago di Goletta konnte man dann ein gutes Stück fahren. Hinten ist bereits der Passübergang zu sehen.


Wunderschöne Hochgebirgslandschaft mit den nahen Gletschern, ein Traum.


Dann nochmals etwas über 300 hM Bike tragen, auch über ein steiles Schneefeld, der Pass kam rasch näher.


Auf dem Col Bassac Déré mit 3'082 M.ü.M. war dann der erste Übergang geschafft. Eine wundervolle tiefe innere Befriedigung überkommt einen an solchen Orten, weit und breit keine Infrastruktur zu sehen, totale Einsamkeit, Biken in seiner urtümlichen Form.


Nach einem kurzen steilen Abstieg begann dann der Trail, wo ich letztes Jahr bereits beim Aufstieg sah, dass man hier viel fahren konnte. Und es war einfach nur der Hammer, ein wunderschöner Trail auf 3'000 M.ü.M., nur unterbrochen von kurzen verblockten Stellen, einmal kommt gar eine recht knifflige Kletterpartie.


Was gibt es schöneres, als an einem solchen Ort zu rasten und innezuhalten.


Der Trail Richtung Rifugio Bezzi war einfach nur traumhaft. Er zieht sich fast unendlich lang vom Fuss des Gletschers Richtung Tal. Nur eine grössere Geländestufe zwingt mich dann wieder öfter aus dem Sattel.


Im Rifugio Bezzi, dass für einmal noch nicht so voll ist, der lang ersehnte Cappucino auf der Terrasse.


Die Abfahrt vom Rifugio Bezzi zum Ende der Fahrstrasse im Val Grisanche ist dann nicht durchgehend fahrbar, aber grösstenteils. Etwas hinter dem Weiler Surier beginnt dann der nächste Aufstieg.


Auf einer angenehmen Schotterstrasse steigt der Weg nicht allzu steil zum Chalet de l'Epée.


Der anschliessende Trail kann dann bis weit Richtung Pass herrlich befahren werden. Flowig und immer moderat ansteigend schlängelt er sich über die Alpweiden. Der Pass ist auch bereits wieder im Blickfeld.


Blick zurück auf den Aufstieg, welcher natürlich zum runterfahren ein Traum ist.


Der zweite Pass des Tages, der Col Fenêtre auf 2'840 M.ü.M. war geschafft.


Der Schlund ist zwar sehr steil, der Weg schlängelt sich jedoch wunderschön hinunter, so dass wiederum sehr viel fahrbar ist. Einige Spitzkehren und exponierte Stellen sind aber so eng und steil, dass es den Fahrfluss unterbricht.


Weiter unten dann wirds wieder sehr flowig und ein wunderschöner Erdtrails zieht sich dem Talboden entgegen. Das Ziel, der Parkplatz mit dem Camper, ist bereits von weit oben zu sehen.

Wie ich richtig vermutete, ist die Tour in dieser Richtung noch um einiges flüssiger zu machen als letztes Jahr in der anderen Richtung. Zu den beiden Übergängen kann bis über 2'200 M.ü.M. gefahren werden, was natürlich umso weniger schieben und tragen bedeutet. Auch die Abfahrten stehen denen in anderer Richtung in nichts nach. Insbesondere vom Bassac Déré runter über mehrere Kilometer zum Rifugio Bezzi ist einfach wunderschön und genial. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt und ist sehr empfehlenswert, die Tour in dieser Richtung nochmal zu machen.

38 km, 2'565 hM, 6h32'