Nachdem ich am Donnerstag mit dem Camper angereist bin und mich in Etroubles niedergelassen hatte, konnte ich es kaum erwarten, am Freitagmorgen früh zur ersten Tour zu starten. Der Col de St-Rhémy hatte ich aus einem anderen Forum recherchiert, der alleine reichte mir jedoch noch nicht. Ich baute auf dem Grossen St-Bernhard noch eine Zusatzrunde mit drei Pässen ein.


Panorama zum Mont Blanc


Wie gewohnt startete ich am morgen früh zur Tour. Die Anfahrt zum Col de St-Rhémy war bis zur Arp du Jeux gleich wie letztes Jahr zum Malatra.


Oberhalb der Waldgrenze öffneten sich schon wieder Ausblicke in die grandiose Alpenwelt. Im Hintergrund in der Mitte das Fenêtre de Sereina. Absolute Stille herrschte, ich bin mir fast sicher, irgendwo im hintersten Talkessel einen Wolf heulen gehört zu haben.


Die Fahrt ging in angenehmer Steigung auf Kiesstrasse weiter am Hang des Tête Crévacol entlang bis auf rund 2'400 M.ü.M.


Blick ins Comba des Merdeux und ganz hinten zum Col de Malatra.


Eine kleine Abfahrt führte nun zum Ende des Fahrweges, wo der Wanderweg zum Passübergang begann.


Alpweiden auf Höhen, wo bei uns bereits nur noch Fels und Geröll liegen.


Auf dem Col de St-Rhémy auf 2'563 M.ü.M. Der Wanderweg hierher ist weit ins Tal hinein noch fahrbar, bevor das letzte kurze Stück geschoben und getragen werden muss. Nun sieht man bereits zum Grossen St-Bernhard, wo ich dann nach der kleinen Rundtour wieder zurückkehren sollte.


Die Abfahrt erwies sich dann als erstes Leckerli, ein schöner Trail mit engen Kehren führte runter zur Praz de Farcoz. Hier sah ich übrigens die Eselstute von der letzten Tour mit ihrem Jungen wieder. Ich musste nun runter zur Passstrasse und auf dieser rund 250 hM bis zum Einstieg zum Fenêtre de Ferret.


Nun folgten 330 hM schieben und tragen bis zum Fenêtre de Ferret auf 2'698 M.ü.M. Eine angenehme Wanderung, nicht zu steil.


Und auch diese Abfahrt Richtung Lacs de Fenêtre superschön.


Und plötzlich tauchen die drei Seen in einem wunderschönen tiefen Blau auf, majestätisch dahinter das Mont Blanc-Massiv.


Am untersten See begann dann gleich wieder der Aufstieg zum Col des Bastillon, welchen ich ja vor noch nicht allzulanger Zeit bereits gegangen bin.


Col des Bastillon auf 2'754 M.ü.M. Danach auch wieder eine Abfahrt erster Güte, aber schon ein wenig rauher und verblockter.


Die folgende Tragestrecke von 300 hM auf den Col des Chevaux war dann ziemlich steil und happig.


Nun hoffte ich aber vergebens auf eine weitere schöne Trailabfahrt zum Grossen St-Bernhard. Der Weg zog sich lange und verblockt dem Hang entlang bis zur Passstrasse, viel Geschiebe und Gestolpere war angesagt. Nicht empfehlenswert, aber für diese kleine Runde unausweichlich.


Endlich auf dem Grossen St-Bernhard wieder fahrbare Unterlage. Auf italienischer Seite (weil viiiel billiger) der obligate Kaffe- und Kuchenhalt.


Kurz nach der Passhöhe wechselte ich auf die Wanderwege abseits der Strasse, bevor ich dann wieder auf den wunderschönen Trail einbog, welchen ich kürzlich in umgekehrter Richtung raufkam.


Hoch über der Autobahn mit leichtem Gefälle war der Trail noch um einiges spassiger zu fahren als hinauf. Oder anders gesagt, es war einfach der Hammer. Und das Ganze wurde noch getopt von der Waldabfahrt, welche ich bis runter nach St-Rhémy erwischte, unbeschreiblich schön, zu schade um für Bilder anzuhalten.

Bis auf die Abfahrt vom Col des Chevaux eine wunderschöne Tour in alpiner Umgebung, besser hätte meine Bikewoche fast nicht beginnen können. Allerdings ist der Anteil Biketragen von gegen 1'000 hM beträchtlich, aber genau das liebe ich in den Westalpen. Am Abend war im Dorf das alljährlich stattfindende Fest Veillà, wo ich mich mit viel Polenta und Lamponi stärkte.

51 km, 2'667 hM, 6h51'