Dieses Jahr bin ich nun 30 Jahre unterwegs mit dem Mountainbike. Als kleiner Rückblick habe ich hier ein paar Bilder und Anekdoten reingestellt.Einges steht bereits in meinem ersten Blogeintrag.


In der Abfahrt von der Sefinenfurke zur Griesalp 1987


Mein erstes Kuwahara erstand ich mir im Oktober 1986 bei Mändu. Als wäre es gestern gewesen weiss ich noch von meiner ersten Probefahrt in den nahe gelegenen Wald. Bereits nach einigen Metern wusste ich, das ist mein neue Sportgerät. Ein richtiges Hardtail und wahrscheinlich etwa 15 kg.

In diesem Herbst unternahm ich noch einige kleinere Touren so zum Ausprobieren. Ich mag mich noch erinnern als ich da noch über die Sichel vom Grön ins Eriz fuhr. Als ich um die letzte Ecke auf der Sichel bog schauten mich die Wanderer an als ob ich von einem anderen Stern komme.


Im Jahr darauf ging es dann richtig los. Mit meinem Clubkollegen Üelu machten wir erstmals eine richtig harte und lange Tour über das Faulhorn. Kurz darauf folgte die erste zweitägige Tour über den Bällenhöchst und die Sefinenfurke. 


Schneefeld am Faulhorn 1987. Technisch waren wir noch viel am üben, doch half unsere Erfahrung aus dem Radquersport einiges weiter. 

Die Touren suchte ich mir aus den Wanderkarten raus. Da man damals noch nicht Hilfsmittel wie Othofotos hatte, konnten die Schwierigkeiten auch nicht eingeschätzt werden. Viele Touren waren super, vielfach war es aber auch ein Geschleppe auf den Berg und auf der anderen Seite auch wieder weit hinunter. Im Berner Oberland probierte ich so ziemlich alles aus, war praktisch auf jedem Gipfel, den man als normaler Wanderer auch erreichen konnte.


Bald hatten auch Kollegen von anderen Clubs Mountainbikes und man fand sich zusammen, um weitere herrliche Touren zu unternehmen. Eine davon war 1990 auf das Schilthorn. Da man damals ziemlich zwäg war, kamen da öfter zehn- und mehrstündige Touren zusammen.


Bonderkrinde 1990


Eine Tour, die wir einige Jahre immer wieder machten, führte von Kandersteg über den Lötschenpass, Restipass und Gemmi. Hier 1991 im Aufstieg zum Lötschenpass vom Gasterntal, vor der Querung des Lötschengletschers. Highlight war, als wir einmal auf dem Lötschengletscher fahrend eine Dreierseilschaft mit Steigeisen überholten.


Viel erlebte ich natürlich auch mit meinem langjährigen Wegbegleiter Housi Beer, hier auf dem Rengglipass 1991. Viele Wochenenden verbrachten wir im Wohnwagen mit unseren Familien auf irgendwelchen Rennplätzen in der Schweiz. Mit ihm erlebte ich auch die Entwicklung seiner Kinder. Wir schleppten die beiden späteren Worldcup-Downhiller Nick und Marcel an Gummiseilen in Interlaken auf den Rugen, in der Abfahrt fuhren sie uns dann bereits um die Ohren.


In der Hohganthütte feierten wir dann jedes Jahr im November den Saisonabschluss, legendäre Partys waren das, wo doch einige Käfer abgetötet wurden. Ziel war wann immer irgendwie möglich mit dem Bike zur Hütte zu kommen.


Später dann viel die Truppe ein wenig auseinander, so dass ich viel nur noch mit meinem Kollegen Üelu unterwegs war. Wir fuhren dann die Lötschenpassrunde andersrum, was den Anteil an Befahrbarkeit sofort erhöhte. Von der Möglichkeit über den Chalberfärich aussenrum ahnten wir damals noch nichts. Hier 1994 in der Abfahrt von der Gemmi.

 
Am Wysse See im Aufstieg zum Restipass.


Mit Steinmandli auf dem Restipass. Noch heute einer meiner Lieblingsplätze.


Lötschenpass


Abfahrt vom Lötschenpass ins Gasterntal über ein Schneefeld zum Gletscher runter.


Auf dem Lötschengletscher


Richtung Gasterntal, übrigens bereits ausgerüstet mit einer Federgabel mit einfacher Stahlfeder darin, die konnte man noch selber warten.


Einige Eindrücke von auch heute noch einer meiner Lieblingstouren über die Lötschberg Südrampe.


1987 fuhr ich dann auch mein erstes Bikerennen Bäriswil.


Bergrennen Le Chable - Mont Fort 1991, eines meiner schönsten Rennen, 2000 höM an einem Stück, alles fahrbar. 

Die Rennen bedeuteten mir nicht nur Erfolg und Rangliste, sondern damals bereits auch einmalige Erlebnisse auf wunderschönen Trails.


Ein Klassiker war das Rennen auf dem Kasernengelände von Colombier, das ich ein paarmal in meiner Kategorie spektakulär gewann.


Bald einmal gab es auch eine Schweizer Meisterschaft, welche in mehreren Rennen ausgetragen wurde. Am Samstag fand jeweils ein Downhill statt, am Sonntag das CC-Rennen. Hier in Les Rasses 1991. Wenn ich so zurückdenke fahren wir heute auf Touren spektakulärer runter als damals in den Downhillrennen, was natürlich auch auf das Material zurückzuführen ist.

Wunderschön war damals auch, dass viele Fahrer, vom Profi bis zum Senior, mit Wohnwagen oder Camper an die Rennen fuhr und sich so richtige Camps ergaben, irgendwo auf einer Wiese oder einem Schulhausplatz oder auf einem Parkplatz in einem Industriegebiet. Abends sass man zusammen mit den Profis beim Apero und am Grill. Ich erinnere mich gerne an Leute wie Albert Iten, Walter Brändli, Georges Lüthi und natürlich an Housi Beer.


1993 nahm ich an der Bike-WM bei den Senioren in Metabief teil. Die Strecke war so dreckig, dass mehr als die Hälfte geschoben oder getragen werden musste.


Bereits bei der zweiten Austragung des Grand Raid Cristalp 1991 war ich dabei, es sollten danach noch rund zehn weitere Starts folgen. Ich wurde bei meiner ersten Teilnahme am Start sogar vom Fernsehen interviewt, was dann auch im Sportpanorama ausgestrahlt wurde.


Meisterschaftslauf 1991 in Churwalden.

 
Ein unvergessenes Erlebniss der besonderen Art hatten wir 1998, auch wenn es nicht direkt mit dem Biken zu tun hat. Im Rahmen eines Events für alternativ betriebene Fahrzeuge wurden wir angefragt, ob wir nicht mit den damals von Beatenberg Tourismus neu eingeführten Trottinets teilnehmen wollten. So fuhren wir die 200 km lange Strecke von Frutigen über Aeschi nach Meiringen, über die Grimsel durchs Wallis und hoch nach Goppenstein und zurück nach Frutigen mit den Trottis. Wir hatten dazu 24 Stunden Zeit, reine Fahrzeit benötigten wir knapp 12 Stunden. In der Meienwang mass ein nachfolgendes Solarfahrzeug unsere Geschwindigkeit mit 70 km/h.

Ich habe mit dem Bikesport so viele schöne Erlebnisse gehabt, so viele Ecken entdeckt, die ich nicht missen möchte. Ich bin den Pionieren in Kalifornien um Garry Fischer und Tom Ritchey ewig dankbar, dass sie dieses geile Gerät erfunden haben.

Ich werde mein Jubiläumsjahr hoffentlich mit vielen weiteren unvergesslichen Touren zusammen mit Kollegen geniessen können. Als Höhepunkt habe ich die Grand Combin Tour im Visier und wiederum eine Bikewoche im Aostatal.