Heute stand die letzte Tour an, was ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Wiederum habe ich die Tour hier heruntergeladen. Da geht sie zwar andersrum als ich sie gemacht habe. Das Streckenprofil zeigt den Auf-/Abstieg von Bruil zum Fenêtre als steilste Stelle der ganzen Tour. Da dachte ich mir, dass da wohl mit fahren nicht viel ist und stieg hier auf. Ich startete wiederum in Bruil.


Panorama in die wunderbare Gletscherwelt


Heute begann der steile Aufstieg unmittelbar beim Parkplatz. Es stehen 1'100 hM schieben und tragen an.


Bis zur verlassenen Alp Torrent geht man auf schönen Erdtrails, die runter wohl grösstenteils befahrbar wären. Hinten sieht man bereits den steieln Schlund, den es zu bewältigen gibt.


Diese Wand hatte es in sich. Elend steil und lang.


Nach 2h10' war ich oben auf dem Col Fenêtre auf 2'840 M.ü.M. Ich genoss wiederum die Aussichten in beide Täler. Es hatte auch bereits wieder einige Wanderer unterwegs. Bei einigen fragte ich mich, was die in den Bergen eigentlich wollen. Eine Familie mit zwei Töchtern kreuzte ich im Aufstieg der steilen Wand. Der Vater fragte mich, wie lange sie wohl ins Tal hätten. Ich gab ihm 2 Stunden an, obwohl ich genau wusste, dass er mit dem Tempo der Töchter eher 5 Stunden brauchen würde. Aber es war ja erst Vormittag, hatte also kein schlechtes Gewissen.


Wenn man dann aber oben ist und nach ein paar Höhenmeter zu Fuss über solche Trails runterfahren kann, wird man für alles entschädigt.


Blick zurück zum Fenêtre. Die Abfahrt war dann auf dieser Seite praktisch vollständig fahrbar.


Vom Chalet de l'Epée aus im Hintergrund nahm ich die Forststrasse, um ein wenig schneller voranzukommen.


Blick ins Val Grisanche nach Surier, wo wiederum viele Autos parkierten die wohl zum nächsten Rifugio unterwegs waren.


Nach ein paar Kilometern fahren begann der Aufsteig zum Rifugio Bezzi.


Auf beiden Touren gestern und heute begegnete ich doch einigen Bikern, die solche Trails lieben und die langen Aufstiege nicht scheuen.


Im Rifugio Bezzi wie gewohnt proppenvoll. Mühsam konnte ich mir ein kaltes Getränk ergattern, am Brunnen den Bidon mit kaltem Wasser füllen und weiter ging's.


Der Weg zog sich lange Richtung Col Bassac. Steile Tragestrecken wechselten sich ab mit kurzen fahrbaren Abschnitten.


Biken auf fast 3'000 M.ü.M. inmitten von Gletschern und mit einsamen Zuschauern, was will man mehr. Auf dieser Höhe hat es einige längere fahrbare Abschnitte bis unter die letzte Wand zum Pass.


Gegen ganz oben nähert man sich den Gletschern.


Überall schöne Steinmandli vor der magistralen Kulisse. Schade wurden die Wolken dichter.


Nochmal kam eine Gruppe Biker entgegen.


Schier endlos zog sich dann der Weg und nach einem steilen letzten Aufstieg...


...stand ich auf dem Col Bassac Déré 3'082 M.ü.M. als höchtem Punkt der Woche und auch auf meinem bisher höchsten Punkt mit dem Bike. Bisher war das der Piz Nair im Engadin.


Man ist auf dieser Tour den Gletschern ganz nahe. Wenn die Zeit gereicht hätte, wäre ich gerne schnell an die Zunge gegangen.


Auch im Abstieg war der nächste Gletscher nicht weit. Nach etwa 300 hM unfahrbarem Abstieg in Geröllfeldern...


...begannen wiederum wunderschöne Trails bis runter ins Tal, hier entlang am Lago di Goletta.


Ein wenig gebremst wurde der Spass nur durch elend hohe senkrecht gestellte Steinplatten als Wasserabweiser. Vorbei am Rifugio Benevolo fuhr ich dann auf Forstwegen ins Tal.

Die letzte wunderschöne Tour war nach 38 km, 6h53' Fahrzeit und 2'514 hM vorbei. Da man einfach sehr viel laufen und tragen muss, kommt man nur sehr langsam vorwärts. Die Aufstiege sind lang und nehmen sehr viel Zeit in Anspruch und auch in den Abfahrten kommt man nicht so schnell vorwärts. Man muss sich einfach Zeit nehmen und genügend Pausen einlegen. Der Genussfaktor solcher Touren im Hochgebirge der Westalpen ist dafür unbeschreiblich.