Am letzten Sonntag machte ich eine Tour, die schon lange auf meiner To-Do-Liste stand, nämlich im Unterwallis über die Porteil de Fully. Die beiden Berichte von Rotscher machten mich schon lange neugierig. Und ich hatte ebenso vor, seine Variante Plus zu machen.

Da ich nicht sicher war, ob die Bahn für die ersten 673 Höhenmeter wirklich erst um 9:30 Uhr fährt, war ich rechtzeitig bei der Talstation, nämlich schon kurz nach 8 Uhr. Aber oha, da hingen etliche Seile und Kabel von der Kabine runter, mir schwante Böses. Aber Entwarnung, es stand an der Kasse geschrieben, dass auf Grund von Revisionsarbeiten ein Bus hochfährt, aber wirklich erst um 9:30 Uhr. Ich fuhr auf die andere Talseite, um mich ein bisschen von der Sonne aufwärmen zu lassen.
Um 9:00 Uhr war ich zurück und sah dann auf dem Parkplatz den zuständigen Kleinbus, keine Anhängerkupplung, kein Anhänger, kein Veloträger und im Innenraum kein cm Platz für ein Bike. Mir schwante schon wieder Böses. Und tatsächlich, der Chauffeur des kurz darauf ankommenden Postautos versicherte mir, dass mit dem Bus keine Bike transportiert werden. Wenn die Tour also trotzdem stattfinden sollte, hiess es selber hochstrampeln. Nun war ich mir reuig, dass ich nicht bereits um 8 Uhr losgefahren bin.


In einer angenehmen Steigung ging es dann lange auf Teerstrasse, später auf Forst- und Alpweg Richtung der Alp Scex Carro. Die prächtige Aussicht ins Unterwallis begleitete einen dauernd und veränderte sich je höher man kam.


Auf der Alp dann war dann nach einem noch neueren Wegstück eine kurze Schiebepassage angesagt...


...bevor es dann auf herrlichen Trails und bald über der Waldgrenze Richtung Portail de Fully ging.


Bald ist das Tagesziel erreicht, nach einer kurzen Abfahrt geht es nur noch flach hinüber. 1865 Höhenmeter an einem Stück betrug der Aufsteig, macht man auch nicht auf jeder Tour. 


Blick zurück auf die Alp und den darauf folgenden (unteren) Trail dem Berg entlang.


Auf der Portail dann die spektakuläre Aussicht bis weit in die Westalpen hinein, alles überragend vom ewigen Schnee des Mont Blanc.


Panorama über Martigny


Nach einer kurzen Rast auf der windgeschützen Seite hoch über dem Wallis war ich gespannt auf den viel gerühmten Trail zum Lac de Fully. Und er war wirklich sensationel, flowig zu fahren und immer hoch über dem Abgrund.


Im Kessel dann die schwere Entscheidung, dass die Variante Plus von Rotscher, die von hier links hoch über den Col de Fenestral führen würde, aus zeitlichen Gründen und wegen der zusätzlichen Höhenmeter in den Beinen nicht mehr in Frage kommt, schade.


Somit ging es weiter wie im GPS-Tracks beschrieben direkt der Bergflanke entlang. Noch ein letzter Blick zurück zur Portail de Fully ganz links zeigt den zurückgelegten ersten Trail.


Auch dieser Trail wunderschön. Es hatte doch einige Wanderer unterwegs, der proppenvolle Parkplatz am Ende dieses Trails zeigte auch wieso, weil man hier mit dem Auto bis auf 1900 Meter unmittelbar an diese grandiose Kulisse fahren kann. Aber aufgrund des breiten Weges und mit freundlichen Worten kam man aber überall bestens aneinander vorbei. So soll es sein.

Leider verpasste ich den letzten Teil des Trails über die Moräne runter nach Chibo, schade, sah super aus von der Forststrasse am Gegenhang. 


Und dann begann nach Chibo dieser Trail, auf den ich wiederum sehr gespannt war. Der erste Teil nach dem Dorf runter zum Weinberg Beudon war noch einigermassen spassig. Was dann kam aber eher weniger. Die Abfahrt mit den vielen engen Kehren war dermassen ausgeleiert und teilweise mit Geröll übersäät, dass ich etwa 50% laufen musste. Aus vielen Gräben entleerte sich offenbar bei den letzten Gewittern Geröllmassen, die den ganzen Hang mitsamt dem Weg überschütteten. Zudem hat das Wasser den Weg ausgespült, so dass einige heftige mindestens S3-Absätze entstanden sind. 


Der Weg ist meiner Meinung nach grösstenteils S3 einzustufen, was mir doch eine Nummer zu gross war und nicht mehr allzuviel Spass bereitete. Zudem bedauerte ich, dass ich meine Sattelstütze nicht absenken konnte. Ich war froh, dass ich bald unten war und gemütlich den Radweg zurück zur Talstation in Dorénaz nehmen konnte.

51 km, 2'146 hM, 5h18'

Westalpencross 2015