Vor vielen Jahren, so um 1990, las ich einen Artikel in einem der ersten Bikemagazine über die Ligurische Grenzkammstrasse. Seither war es mein Traum, diese zusammen mit der alten Tenda-Passstrasse mal zu fahren. Nun ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen.

Eine Traumtour, welche nur durch den teilweisen Nebel und die elenden Herdenschutzköter ein wenig getrübt wurde.


Nach unserer Weiterfahrt campierten wir auf dem bereits geschlossenen Campingplatz in Tende. Mit einem Camper kann man ja komplett unabhängig leben, daher war das kein Problem.


Wunderschöner und gemütlicher Aufstieg über die alte Tenda-Passstrasse mit ihren 45 Haarnadelkurven.


Und bereits warteten mir die ersten Schutzhunde bei dieser Schafherde. Kurzerhand kürzte ich diese Kurve direkt zu Fuss ab.


Auf dem Col du Tende lag bereits dichter Nebel.



Leider sah ich bei diesem Nebel sehr wenig vom Fort Central, dieser alten riesigen Kasernenanlage aus dem zweiten Weltkrieg.


Langsam kam ich dann aus dem Nebel. Im Hintergrund sieht man auf den Tendapass und das Fort Central.


Die Höhe auf der Grenzkammstrasse war erreicht, in grossen Bögen ging es nun kilometerweit über einsame Schotterstrassen und Dynamittrails. Im Sommer ist hier ein reger Verkehr von geländegängigen Motorrädern und Geländefahrzeugen.


Über weite Strecken sieht man die Strasse voraus oder die bereits zurückgelegten Passagen.


Traumhafter Ausblick auf das Nebelmeer über dem Piemont. Ganz weit hinten ist wiederum der Monviso in rund 80 km Entfernung zu sehen.


Diese ausgesetzte Kurve hat man auch schon in vielen Blogs gesehen, ein beliebtes Fotosujet.


Bei herrlichem Wetter und warmen Temperaturen machte ich hier Mittagspause.


Und weiter geht's auf den ehemaligen Militärstrassen und Dynamittrails. Auf der ganzen Tour überfährt man öfters die Grenze zischen Italien und Frankreich. Hier warteten mir auch die nächsten Herdenschutzhunde, welche jedoch noch jung waren und vor mir fast mehr Angst hatten als vor dem Wolf ;-)


Auf dem Colle die Signori oberhalb des Rifugio Barbera drückte bereits wieder der Nebel. Der letzte Wegabschnitt bis hierhin war doch ziemlich grob.


Der letzte Aufstieg zum Passo Tanarello am Fusse des Monte Saccarello. Von nun an ging's nur noch runter, zuerst lange über grobschotterige Alpstrassen. Unten an diesem Anstieg hatte ich das übelste Erlebnis mit einem Herdenschutzhund. Als ich mit Müh und Not an der Schafherde vorbei war, musste ich noch zwangsläufig an der Sennhütte vorbei. Als ich zwischen Schafherde und Hütte war drehte er völlig durch, da er wohl auch diese Hütte verteidigen wollte. Mit dem Bike als Schutzschild schaffte ich es dennoch zu entkommen. Zum Glück geben die Herdenschutzhunde sofort auf, wenn man sich einige Meter vom zu schützenden Objekt entfernt hat, nicht wie andere Kläffer, welche einem noch kilometerweit hinterherjagen.


Blick ins Val Roya unter den Nebel, wo dann irgendwo die Trails runterführten.




Vom Punkt an, wo ich die Grenzkammstrasse verliess, führten bis fast zur Ortschaft La Brique die sensationellsten Trails jeder technischen Schwierigkeit hinunter. Einfach nur der Hammer.


Diese Ruine eines alten Ofens steht in der Nähe von La Brique.

Nach 77 km und 6h10' kehrte ich von dieser Supertour zurück. Auch das Val Roya bis hinunter nach Ventimiglia am Mittelmeer bietet zum biken noch etliche Möglichkeiten, wie auch der Bericht von Chregu zeigt. Deswegen denkt Lukas Stöckli ja auch daran, hier künftig Biketouren anzubieten.