Nachdem soviel darüber geschrieben wurde, wollte ich doch auch noch diesen Herbst den Brasilianer testen. Ich fuhr bereits am Samstag ins Wallis, um auch noch die Tour über den Portail de Fully zu machen. Es regnete aber entgegen den Wetterprognosen im Wallis bis nach dem Mittag, so dass ich mich dann am Nachmittag mit einem Abstecher vom Leukerbad zur Rinderhütte und zurück begnügte.


Panorama vom Col de Louché Richtung Col de Cou.


Aufstieg von Leukerbad über Flaschen und Torrentalp.


Langsam wird das Wetter besser.


Blick zur Rinderhütte...


...und nach Leukerbad runter.


In der Abfahrt durch den Tunnel und die Lawinenverbauungen verzichtete ich aufgrund der nassen Verhältnisse auf den Wolfstritt, es war mir zu riskant alleine und in Unkenntnis des Weges.

Nach einer herrlichen Nacht auf einem Campingplatz hinten im Auto ging es dann am Sonntag auf Richtung Brasilianer.


Am Bahnhof in Sierre ging's dann los. Zum Glück hatte ich telefonisch reserviert, wobei ich keinen Nachweis dafür erbringen musste und konnte. Die ersten hängten ihre Bike's an, dann wurde wieder abgeladen und zuerst kamen die dran die reserviert hatten. Ein amüsantes drunter und drüber. Zum Schluss waren sechs Bike's angehängt, vier im Postauto drinnen und eins im Gepäckraum. Der Chauffeur hat das zusammen mit einem Kollegen wirklich super gemanagt, so dass alle mitfahren konnten. Ich bin überzeugt, in der Deutschschweiz wäre der Chauffeur knallhart mit sechs Bike's hinten dran pünktlich losgefahren, der Rest wäre sitzen geblieben. Wir fuhren dann halt mit 15 Minuten Verspätung los. Auch dass ein Postautochauffeur auf der Bergstrecke schnell ausweicht und die Autokollonne dahinter vorlässt, habe ich in der Deutschweiz noch nie gesehen, Chappeau! Der Bus war proppenvoll und es herrschte eine lockere Stimmung bis auf einen Wanderer, dessen Rucksack von einem Bike beim Einladen gestreift wurde, Mann konnte der ein Drama veranstalten, einfach lächerlich. Zuguterletzt stiegen unterwegs nochmals drei Biker ein, allerdings mit den Bike's in den Transportsäcken. Diese wurden einfach in den Gang gestellt.

In Vissoie hiess es dann umsteigen, wir waren nun nur noch du dritt nach Zinal, alle anderen (Schlaueren) fuhren direkt nach Grimentz.


Nach der Bahnfahrt auf Sorebois ging's dann der Seite entlang mit herrlichem Blick ins Val d'Anniviers...


...und ins Wallis. Kurz nach Punkt 2334 war dann fertig lustig. Der Weg bis nach Grimentz ist dermassen verblockt, führt durch extrem steile Viehtriebwege und ist so matschig, dass nur kurze Stücke gefahren werden können. Für einen "normalen" Tourenbiker wie mich lohnt sich der Weg von Sorebois nach Grimentz gemäss GPS-Track definitiv nicht. Ich hoffe, das nette Zürcher Pärchen hat diesen Trail auch einigermassen heil überstanden ;-)


Von Grimentz fährt einem die Bahn nach Bendolla, wo dann nach einem feinen Kaffee der eindeutig schönere Teil der Tour begann.


Wiederum der Blick ins Wallis und bis hinüber zur Gemmi.


In einem sehr schön zu fahrenden Anstieg geht es stetig nach oben, weiter oben dann wird's zum Teil happig, aber bis zum Punkt 2715 alles fahrbar. Aufgrund der Beschreibungen in den diversen Foren erwartete ich den Anstieg viel schwieriger als er tatsächlich ist.


Ab hier kann man zwei Wege gehen, einerseits die sehr steile "Strasse", welche auch noch von Geländewagen bis zur letzten Bergstation befahren wird oder dann links über den Wanderweg, welcher wiederum in einzelnen Teilen fahrbar ist. Ich wählte den Wanderweg. In der Mitte ist bereits die Passhöhe zum Greifen nahe.


Blick zurück kurz vor der Passhöhe, zu welcher das Bike zum Schluss noch rund 10 Minuten getragen werden muss.


Panorama vom Col de Louché Richtung Val de Zinal.


Passhöhe auf 2'892 M.ü.M. Hier holte ich die ersten zwei ein, die mit dem Bus direkt nach Grimentz fuhren.


Hier geht's runter zum See, im Hintergrund wunderschön die Maya, welche einem nun auf den nächsten paar Kilometer begleitet.


Am See unter der Maya.


Blick zurück zum Col de Louché.


Am Punkt 2575, wo dann die Traverse in einem stetigen Auf und Ab zum Col de Cou beginnt. Hier holte ich dann auch eine Sechsergruppe ein, welche am Morgen im Bus direkt nach Grimentz fuhr.


Ziemlich Betrieb auf dem Col de Cou. Die Überholten kämpfen sich noch die letzte Steigung hoch.


Aus der eigentlichen Abfahrt, eben dem Brasilianer, gibt es keine weiteren Bilder mehr. Die Abfahrt ist elend lang, man kommt in einen Rausch der Geschwindigkeit und geniesst es, ohne immer wieder für Fotohalte anzuhalten.

Insgesamt eine super schöne Tour von 48 km in 4h25' im Hochgebrige, wie gesagt nächstes Mal würde ich auch in Grimentz starten.