Nach überstandener Lungenentzündung mit viel Antibiotika bin ich nun auch wieder seit 14 Tagen aktiv auf dem Bike und Rennvelo. Trailblazer und ich entschlossen uns gestern kurzfristig, die traditionelle Frühlingseröffnung auf der Südrampe zu machen.

Herrliches Frühlingswetter mit Temperaturen um 20 Grad herrschte im Wallis.


Trailblazer kurz nach dem Start in Hohtenn.


Bereits auf der normalen Südrampenstrecke hatte es viele Bäume und Stauden, welche über den Weg lagen und man mehr oder weniger mühsam übersteigen oder umgehen musste. Unterhalt am Weg war wohl noch keiner gemacht worden.


Bei der Rarnerchumma fuhren wir wie immer nach oben, um hoch über der Bietschtalbrücke ins Tal hinein und auf der anderen Seite wieder raus zu fahren. Hier wurden die Schwierigkeiten bereits deutlich grösser, lagen doch grössere Bäume über dem Weg und zwangen und zu einigen Kletterpartien.


Von Ausserberg gings wie letztes Jahr hoch zum Tunnel, um nach diesem auf den herrlichen Trai der Gorperisuone entlang zu kommen.


Hier begannen dann entgültig die Abenteur. Nach dem Tunnelausgang links oben lag ziemlich viel Schnee. Da wir aber bereits auf die andere Talseite sehen konnten, nahmen wir an, das zwei bis drei Lawinenkegel zu überschreiten seien, das sei alles. Wir rutschten mitten über den grossen Lawinenkegel im Bild nach unten.


Es blieb nicht bei zwei bis drei Lawinenkegeln. Unzählige Male hiess es, mehr oder weniger gefährlich mit den Bikeschuhen über den rutschigen Schnee zu gehen. Immer wieder brach man bei Hohlräumen ein und schürfte sich schwerzhaft die Beine. Ein zurück gab es nicht mehr, zu weit waren wir bereits gegangen. Absturzgefahr war keine da, wir wären höchstens auf dem Schnee runtergerutscht oder ins nächste Gebüsch.


Auch die kleinen Tunnels waren beideseitig fast zugeschüttet, aussenrum war meistens kein Durchkommen, so dass auch hier rein- und rausklettern angesagt war.


Diese neu reparierte Suone wäre bei einem Tunnel eine Umgehung gewesen und auch mit einem Seil versehen. Als ich jedoch hier draussen Stand und mal nach unten schaute, sah ich rund 100 Meter unter mir keinen Boden mehr. Ein mulmiges Gefühl legte sich im Magen und es hiess wieder durch den Tunnel.

Durch die vielen Schneefälle und die dadurch enstandenen Schäden ist es definitiv zu früh, um auf der Südrampe zu biken, auch auf der normalen Route. Und eigentlich sollte auf nächstes Wochenende der Wanderweg eröffnet werden, so dass mit biken wegen den Wanderern auch wieder fertig ist.

Es hat trotzdem Spass gemacht, obwohl ich im Schnee viel Kraft verbrauchte und am Schluss ziemlich einen in den Schuhen hatte. Solche Abenteuer schaden nicht, von denen erzählt man sich noch lange. Vielen Dank Aschi und nächstes Mal wirds schon besser.